Zum Wahlrecht: Literatur und Links

  •  BIBLIOGRAPHISCHE HINWEISE:

Bei Wolfgang Schreiber, „BWahlG – Kommentar“ (zum Bundes­wahlgesetz), 9. Aufl. 2013, S. XXV bis LXXXIV findet sich – mit über 2000 Titeln auf knapp 70 Buchseiten – das wohl umfangreich­ste Literaturverzeichnis des gesamten Schrifttums zum Wahlrecht überhaupt, das bis in das Erscheinungsjahr 2013 hineinreicht.

Bei Eckhart Jesse /Roland Sturm (Hrsg.), Bilanz der Bundestags­wahl 2013“, erschienen 2014, S. 685 – 714, sind auf 29 Buchseiten ca. 600 Titel aus Buchveröffentlichungen und Aufsätzen der neue­ren politologischen Literatur aufgeführt.

Hettlage, Manfred C.: Bücher und kleine Beiträge

  • TASCHENBÜCHER UND AUFSATZSAMMLUNGEN

Hettlage, Manfred C.: „BWahlG – Gegenkommentar / Wenn die Wähler nicht das letzte Wort haben, haben Sie auch nicht das ent­scheidende Wort“; Ergänzungsband zu : „Wer mit zwei Stimmen wählt… , 2017, ISBN 978-3-96138-018-3,; Link, https://www.lesejury.de/manfred-c-hettlage/buecher/bwahlg-gegenkommentar/9783961380183.

Hettlage, Manfred C.: „Die Berliner Republik unter dem Damo­klesschwert – Wahlgesetz, Wahlgrundsätze und Wahlprüfung”, 2016, ISBN 978-3-7103-2880-0; Link, https://www.lesejury.de/mandred-c-hettlage/buecher/die-berliner-republik-unter-dem-damoklesschwert/9783710328800

Hettlage, Manfred C.: „Wer mit zwei Stimmen wählt…? Beob­achtungen, Bemerkungen und neue Beiträge zur Wahl der Parla­ment in Bund und Land“, 2015, ISBN 978-3-86573-855-4; Link, http://www.wvberlin.de/data/inhalt/hettlage.html

Hettlage, Manfred C.: „Wie wählen wir 20123? Veröffentlichte und unveröffentlichte Beiträge zur Reform des Wahlrechts in Bund und Land“, erschienen 2012, Reihe: Politik und Partizipation, Bd. 7; Link, http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-11585-0

 

  • KLEINE BEITRÄGE IN FACHZEITSCHRIFTEN UND IM NETZ

Hettlage, Manfred C.: „Die Einspruchsfrist läuft / Überhänge und Aufstockungsmandate bei der Bundestagswahl“, Publicus, Der On­line-Spiegel für das Öffentliche Recht, Ausg. 2017-11; Link, https://publicus.boorberg.de/ohne-titel-9/

Hettlage, Manfred C.: „Das Wahlrecht geht so lange zum Brun­nen, bis es bricht“, Tichys Einblick v. 11.11.2017; Link, https://www.tichyseinblick.de/meinungen/das-wahlrecht-geht-so-lange-zum-brunnen-bis-es-bricht/

Hettlage, Manfred C.: „Bundestagswahl 2017 / Mehr als 15 Über­hänge sind unzulässig“, Publicus, Der Online-Spiegel für das Öf­fentliche Recht, Ausg. 2017-10; Link, https://publicus.boorberg.de/untergeschobene-kuckuckseier/

Hettlage, Manfred C.: „Bundestagswahl / Mehr als 15 Überhänge sind unzulässig“, Tichys Einblick v. 11.10.2017; Link, https://www.tichyseinblick.de/meinungen/bundestagswahl-mehr-als-15-ueberhaenge-sind-unzulaessig/

Hettlage, Manfred C.: „Zu Risiken und Nebenwirkungen von Wahlumfragen“, Tichys Einblick v. 20.09.2017; Link, https://www.tichyseinblick.de/meinungen/zu-risiken-und-nebenwirkungen-von-wahlprognosen/

Hettlage, Manfred C.: „Zwei Stimmen – ein Mandat / Doppelwahl mit Erst- und Zweitstimme“, Publicus, Der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht, Ausg. 2017-09; Link, https://publicus.boorberg.de/zwei-stimmen-ein-mandat/

Hettlage, Manfred C.: „Direktmandate / Wer unter der Glaskuppel sitz / Im Bundestag fehlen 21 direkt gewählte Abgeordnete“ / Tichys Einblick v. 14. September 2017; Link, https://www.tichyseinblick.de/meinungen/zu-risiken-und-nebenwirkungen-von-wahlprognosen/

Hettlage, Manfred C.: „Wenn aus einer großen eine kleine Koalition wird“, Tichys Einblick v. 11. September 2017; Link, https://www.tichyseinblick.de/meinungen/wenn-aus-einer-grossen-eine-kleine-koalition-wird/

Hettlage, Manfred C.: „Tichys Wahlbarometer / Fornoff und Schönenborn zucken mit den Achseln, Tichys Einblick v. 04. September; 2017 Link, https://www.tichyseinblick.de/meinungen/wahlrecht-fornoff-und-schoenenborn-zucken-mit-den-achseln/

Hettlage, Manfred C.: „Wahlrecht entscheidet die Wahl / SPD in Niedersachsen war ohnehin nur ein Zufallsgewinner“, Tichys Einblick v. 04. August 2017; 2017 Link, https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/spd-in-niedersachsen-war-ohnehin-nur-zufallsgewinner/

Hettlage, Manfred C.: „Drei dubiose Landtagswahlen / Die Wähler wissen nicht, was aus ihrer Stimme wird“, Publicus, Der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht, Ausg. 2017-06; 2017 Link, https://publicus.boorberg.de/drei-dubiose-landtagswahlen/

Hettlage, Manfred C.: „Koalitionen auch mit Mehrheitswahlrecht / Großbritannien-Wahl: Vorbild für deutsches Wahlrecht?“ Tichys Einblick v. 12.Juni 2017; 2017 Link, https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/grossbritannien-wahl-vorbild-fuer-deutsches-wahlrecht/

Hettlage, Manfred C.: „Wahlrechtlicher Irrsinn: Sonntagsfrage und Sonntagskrimi“, in: Tichys Einblick v. 11. Mai 2017; 2017 Link, https://www.tichyseinblick.de/meinungen/sonntagsfrage-und-sonntagskrimi/

„Der Mensch denkt Gott lacht: Zur Treffsicherheit von Wahlpro­gnosen“, in: Tichys Einblick v. 2. Mai 2017; 2017 Link, https://www.tichyseinblick.de/meinungen/zur-treffsicherheit-von-wahlprognosen/

Hettlage, Manfred C.: „Das Westminster-Modell: Direktwahl und Grundgesetz“, in: Tichys Einblick v. 27. April 2017; 2017 Link, https://www.tichyseinblick.de/meinungen/direktwahl-und-grundgesetz/

Hettlage, Manfred C.: „Zur Landtagswahl im Saarland: Eine bloße Parteien-Wahl schießt die Verfassung aus“, in: Tichys Einblick v. 27. März 2017; 2017 Link, https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/eine-blosse-parteien-wahl-schliesst-die-verfassung-aus/

Hettlage, Manfred C.: „Wahlprüfungs-Beschwerden in Karlsruhe: Hybride Zwillingswahl mit zwei Stimmen“, in: Tichys Einblick v 25. März 2017; 2017 Link, https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/hybride-zwillingswahl-mit-zwei-stimmen/

Hettlage, Manfred C.: „Wahlanfechtung möglich / Landtagswahl am 26. März 2017: Friss Vogel oder stirb …“, in: Tichys Einblick v. 16. März 2017; 2017 Link, https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/landtagwahl-am-26-maerz-2017-friss-vogel-oder-stirb/

Hettlage, Manfred C.: „Zweites Wahlrechts-Urteil in Italien: Keine Siegerprämie für Beppe Grillo“, in: Tichys Einblick v. 14. Februar 2017; Link, https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/keine-siegerpraemie-fuer-beppe-grillo/

Hettlage, Manfred C.: „87.000 Bürger sagen: Nein zu einem XXL-Bundestag“, in: Tichys Einblick v. 27. Januar 2017; Link, https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/87-000-buerger-sagen-nein-zu-einem-xxl-bundestag/

Hettlage, Manfred C.: „Der Wahlleiter und das Gesetz / Wahlge­setz, Wahlgrundsätze, Wahlprüfung“, Die Öffentliche Verwaltung, DÖV, 23/2016, 983.

Hettlage, Manfred C.: „Deckelung der Ausgleichsmandate? Posse im Parlament“, Tichys Einblick v. 29. Dezember, 2016; Link, https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/deckelung-der-ausgleichsmandate-posse-im-parlament/

Hettlage, Manfred C.: „Der Wahlleiter und das Gesetz / Wahlge­setz, Wahlgrundsätze, Wahlprüfung“, Die Öffentliche Verwaltung, DÖV, 23/2016, 983.

Hettlage, Manfred C.: „Wiederholung der Bundestagswahl 2013? Hat Lammert den Stab über das Wahlrecht schon gebrochen?“ Tichys Einblick v. 19. November 2016; 2017 Link, http://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/hat-lammert-den-stab-ueber-das-wahlrecht-schon-gebrochen/

Hettlage, Manfred C.: „Deckelung der Ausgleichsmandate? Wahl­rechtsreform drängt: Wahlsystem intransparent“, Publicus – der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht, Ausg. 2016.11; Link, https://publicus.boorberg.de/deckelung-der-ausgleichsmandate/

Hettlage, Manfred C.: „Das duale Wahlsystem mit Erst- und Zweitstimme / Wahlrecht Ein gordischer Knoten”, Tichys Einblick v. 2. November 2016; Link, http://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/wahlrecht-ein-gordischer-knoten/

Hettlage, Manfred C.: „Drei Wahlen, aber kein Sieger – Die Land­tagswahlen im März 2016 als Menetekel“, Publicus – der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht, Ausg. 2016.6; Link, https://publicus.boorberg.de/drei-wahlen-aber-kein-sieger/

Hettlage, Manfred C.: „Das Ungeheuer von Loch Ness geht um / Fünf kapitale Fehler im dualen Wahlsystem mit Erst- und Zweit­stimme“, Publicus – der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht, Ausg. 2016.4; Link, https://publicus.boorberg.de/das-ungeheuer-von-loch-ness-geht-um/

Hettlage, Manfred C.: „Der Bundestag unter dem Damokles­schwert“, März 2016; Link, http://www.bürger-block.de/ >Aktuell

Hettlage, Manfred C.: „Ein legislatorisches  Monster – Replik auf Hans Meyer“, Die Öffentliche Verwaltung, DÖV 16/2015. S. 704.

Hettlage, Manfred C.: „Joker im Ärmel, Die Rolle der Siegerprä­mie bei der Neuwahl in Griechenaland“, Publicus – der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht, Ausg. 2015.10; Link, https://publicus.boorberg.de/joker-im-aermel/

Hettlage, Manfred C.: „Die Erststimmen gaben den Ausschlag“, Nordrhein-Westfälische Verwaltungsblätter, 7/NWVBl 2015, S. 252.

Hettlage, Manfred C.: „Die personalisierte Verhältniswahl schafft sich ab“, Die Öffentliche Verwaltung, DÖV 4/2015. S. 329.

Hettlage, Manfred C.: „Am Tatort des Thüringer Landtags ratlos“, Publicus – der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht, Ausg. 2014.10; Link, https://publicus.boorberg.de/am-tatort-des-thueringer-landtags-ratlos/

Hettlage, Manfred C.: „Mehrheitsprämie und Mandatsausgleich / Verfassungsrichter in Italien misten einen Saustall aus“, Publicus – der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht, Ausg. 2014.6; Link, https://publicus.boorberg.de/mehrheitspraemie-und-mandatsausgleich/ ).

Hettlage, Manfred C.: Ausgleichsmandate sind Extrawürste / Die große Ernüchterung nach der Bundestagswahl“, Publicus – der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht, Ausg. 2013.10; Link, https://publicus.boorberg.de/ausgleichsmandate-sind-extrawuerste/

Hettlage, Manfred C.: „Aus dem Hut gezaubert / Mehr Listen­plätze, aber nicht mehr Zweitstimmen“, Publicus – der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht, Ausg. 2013.9 ; Link, https://publicus.boorberg.de/aus-dem-hut-gezaubert/

Hettlage, Manfred C.: „Orakel der halben Wahrheit / Wahlforscher ignorieren bei der Sonntagsfrage die Doppelwahl mit Erst- und Zweitstimme“, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, FAS v. 25.8.2013, S. 9.

Hettlage, Manfred C.: „In Karlsruhe sehen wir uns wieder / Das neue Wahlrecht des Bundes kann vor dem Grundgesetz keinen Bestand haben“, Die Öffentliche Verwaltung, DÖV 24/2012, v. 15.12.2012, S. 970.

Hettlage, Manfred C.: „Der Gesetzgeber auf dünnem Eis / Die Fraktionen des Bundestages haben sich auf ein Wahlrecht geei­nigt“, Die alten Probleme löst es jedoch nicht, Frankfurter Allge­meine Sonntagszeitung v. 2.12.2012.

Hettlage, Manfred C.: „Mehr Stücke als Kuchen: die Überhangman­date / Also ist das Parlament kleiner als die Summe seiner Mitglie­der“, Zeitschrift für Rechtspolitik, (ZRP  3/2012. S. 87 ff).

Hettlage, Manfred C.: „Zur Debatte: Direktwahl besser / Den Kairos verpasst“, Bayernkurier Jg. 62, Nr. 50, v. 17. Dezember 2011; Link, https://www.google.de/?client=firefox-b#q=Bayernkurier%2FKairos+verpasst&gfe_rd=cr; oder: http://www.manfredhettlage.de/direktwahl-besser/ ).

Hettlage, Manfred C.: „Guttenbergs Platz bleibt leer“, Berichte u. Interview mit der Bayerischen Rundschau v. 1.6.2011; Link, http://www.infranken.de/regional/kulmbach/Guttenbergs-Platz-in-Berlin-bleibt-leer;art312,168080

Hettlage, Manfred C.: „Wo kein Kläger, da kein Richter / Der Wahlkreis 240, Kulmbach, kann nicht einfach gestrichen werden“, Publicus – Der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht, Ausg. 2011.6; Link, https://publicus.boorberg.de/wo-kein-klaeger-da-kein-richter/

Hettlage, Manfred C.: „Eine Rechnung mit zwei Unbekannten / Wahl und Wahlrecht in Baden-Württemberg“, Publicus – Der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht”, Ausg. 2011.3; Link, https://publicus.boorberg.de/eine-rechnung-mit-zwei-unbekannten/

Hettlage, Manfred C.: „Abgeordnete werden gewählt / Für die Ausgleichsmandate gibt es keine Stimmzettel“, Publicus – Der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht”, Ausg. 2011.2 ; Link, https://publicus.boorberg.de/abgeordnete-werden-gewaehlt/ http://www.publicus ).

Hettlage, Manfred C.: „Das Abgeordneten-Wahlrecht des Bundes ist nicht länger zu halten“, Zeitschrift für Rechtspolitik, (ZRP) 1/2011, S. 1 ff.

Hettlage, Manfred C.: „Zwei Stimmen sind zwei Wahlen / Das Verfassungsgericht hat eine Reform des Wahlrechts gefordert. Die bringt Sprengstoff für die Regierungskoalition!“, Frankfurter Allge­meine Sonntagszeitung (FAS) v. 19.12.2010.

Hettlage, Manfred C.: !Das Stimmensplitting muss weg!“, Publicus – Der Online-Spiegel für das Öffentliche Recht, Ausg. 2010.2 ; Link, https://publicus.boorberg.de/das-stimmensplitting-muss-weg/

Hettlage, Manfred C.: „Bleibt die große Reform des Abgeordneten-Wahlrechts ein Traum?“, Bayerische Verwaltungsblätter (BayVBl) 21/2010, S. 655 ff.

Hettlage, Manfred C.: „Wer die Wahl hat, hat die Qual“, Bayeri­sche Verwaltungsblätter (BayVBl) 2/2010, S. 33 ff.

 

  • WEITERE INTERNET-BEITRÄGE

Über 140 weiter Kurzbeiträge auf der Internet-Seite: www.manfredhettlage.de/Wahlrecht

 

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Spiegel-Online zur „Mehrheitswahl“

Langsam wird es Zeit, die Systemfrage zu stellen

In Fragen des Wahlrechts hatte „Tichys Einblick“ bisher die Meinungsführer­schaft. Sie wird ihm inzwischen aber vom „Spiegel“ streitig gemacht. Jedenfalls hat Dirk Kurbjuweit, stv. Spiegel-Chefredakteur, im „Mornig Briefing“ von Spiegel-Online zur Lage in den  Koalitionsverhandlungen eine Randbemer­kung ins Netz gestellt, die aufhorchen lässt.

„In dieser Woche wird es darum gehen, ob eine Große Koalition zustande kommt, und es begann schon am Wochenende mit der nächsten Runde an Gemaule. Man muss nicht, will nicht, will nur wenn …  Klingt vertraut. Der Unterschied zu den vergangenen Wochen ist allein, dass es nicht um Grüne gegen CSU gegen FDP gegen CDU geht, sondern um SPD gegen CDU/CSU. Die Parteien haben keine Lust aufeinander, aber das Wahlsystem macht die Zusammenarbeit der Parteien notwendig, zumal immer mehr Parteien im Bundestag sitzen, nun schon sieben. Im Moment sieht das nach ewiger Großer Koalition aus, mit nachlassender Freude aneinander, mit erstarkenden Rändern. Auch das Wahlrecht muss atmen, muss sich veränderten Zeiten anpassen können. Das Mehrheitswahlrecht würde es viel leichter machen, eine Regierung zu bilden. Es ist Zeit, ernsthaft darüber zu debattieren.“ (Quelle:  Dirk Kurbjuweit, stv. Spiegel-Chefredakteur, „Mornig Briefing“, Spiegel-Online, 27.11.2017,  http://www.spiegel.de/politik/deutschland/news-grosse-koalition-angela-merkel-martin-schulz-li-keqiang-breitscheidplatz-a-1180410.html )

Zwei Bemerkungen zur Debatte:

Erstens: „Mehrheitswahlrecht“?  Soll diese Wortwahl etwa heißen, dass in anderen Wahlsystemen die Mehrheit nicht zum Zuge kommt? Und das semantische Gegenstück: die „Verhältiswahl“? Diese Wortwahl  wird allein schon durch die rabiate Sperrklausel Lügen gestraft. Denn sie sorgt dafür, dass die Parteien eben gerade nicht im Verhältnis der von ihnen erlangten Zweitstimmen in das Parlament gelangen. Die einen scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde, die anderen beschlagnahmen die dadurch frei werdenden Sitze, die nach dem Willen der Wählern für eine eine andere Partei bestimmt waren. Die fälschlich sog. „Mehrheitswahl“, also die Direktwahl der Ábgeordneten in überschaubaren Wahlkreisen kommt ohne Sperrklausel aus! Würde eine Partei nur in einem einzigen Wahlkreis gewinnen, zöge sie schon in den Bundestag ein. Wer in keinem einzigen Wahlkreis gewinnen kann, der bleibt draußen. Ein sehr großzügiger Minderheitenschutz.

Zweitens: Das K.O.-System ist im Fußball anerkannt. Dass es bei der Direktwahl nur einen Sieger pro Wahlkreis gibt, ist bei den Politikern auf dem europäischen Kontinent jedoch sehr unbeliebt. Gewiss, mit einfacher Mehrheit kann man in der absoluten Mehrheit aller Wahlkreise viel einfacher den Sieg erringen und deshalb auch leichter eine Regierung bilden als unter der fälschlich sog. „Verhältniswahl“. Aber man kann auf diesem Wege auch leichter eine Regierung stürzen. Für den Wechsel baucht man ebenfalls nur die einfache Mehrheit – natürlich immer in mehr als der Hälfte aller Wahlkreise. Es herrscht also Waffengleichheit zwischen Regierung und Opposition.

 

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Pressemitteilung

Wer so den Kanzler wählt, löst eine Staatskrise aus

Der Wahleinspruch von Axel Schlicher und anderen Mitstreitern, die dem Einspruch beigetreten sind, ist damit form- und fristgerecht beim Deutschen Bundestag anhängig gemacht worden. Der Gruppenbeauftragten, Dr. Manfred C. Hettlage, hat am 24.11.2017 den Rückschein der postalischen Zustellung erhalten. Insgesamt haben mehr als 30 Wahlberechtigte von ihrem Grundrecht Gebrauch gemacht, nach Art. 41 Grundgesetz ein Wahlprüfungsverfahren einzuleiten, dessen Sinn und Zweck es ist, die Bundestagswahl v. 24.9.2017 zu Fall zu bringen und sie unter einem verfassungskonformen Wahlgesetz mit den bereits aufgestellten Kandidaten zu wiederholen.

Statt der 598 Volksvertreter, die im Normalfall im Bundestag Sitz und Stimme haben, sind dort 709 Abgeordnete eingezogen. Weil es nur 299 Wahlkreise gibt, in denen eine unmittelbare Wahl der Volksvertreter möglich ist, können 410 Abgeordnete nur mittelbar über die Landeslisten der Parteien gewählt worden sein, was mit Art. 38 Grundgesetz unvereinbar ist. Bundesweit sind 46 sog. „Überhänge“ entstanden. Sie wurden ausgeglichen, aber nicht durch 46 sondern durch 65 nachgeschobene Aufstockungsmandate. Dies verfälscht zusätzlich den Wählerwillen und das Wahlergebnis.

An der Wahl des Bundeskanzlers nehmen also 410 Abgeordnete teil, die nicht unmittelbar gewählt worden sind, wie es das Grundgesetz verlangt. Darunter sind 111 Mitglieder des Bundestages, 46 davon  mit Überhangmandat, das allgemein als missbräuchlich empfunden wird. Hinzu kommen 65 nachgeschobene Ausgleichsmandate, die erst nach der Wahl, also ohne Zutun der Wähler an die Parteien verteilt worden sind. Die Kanzlerwahl steht verfassungsrechtlich also auf tönernen Füßen. Ein Bundestag, der so den Kanzler oder die Kanzlerin wählt, löst damit eine Staatskrise aus.

 

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Wahleinspruch von Rechtsanwalt Albert Klütsch

RA Albert Klütsch,  Düsseldorfer Str. 3,   50398 Wesseling

am 22. November 2017

an Herrn Dr. Wolfgang Schäuble, MdB
Präsident des Deutschen Bundestages
Platz der Republik 1,    11011 Berlin

Betrifft: Bundestagswahl vom 24.09.2017
hier: Einspruch gem Art. 41 I GG, § 2 WahlprüfG

 

Sehr geehrter Herr Präsident,
ich war zur Wahl zum 19. Deutschen Bundestag vom 24.09.2017 wahlberechtigt.

 

Gegen die Wahl erhebe ich      E i n s p r u c h      mit dem Ziel, die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag für unwirksam zu erklären.

 

G r ü n d e:

Auf der Grundlage des Wahlgesetzes in der Fassung des 22. Änderungsgesetzes sind statt der grundgesetzlich vorgesehenen 598 Abgeordneten durch sogenannte Ausgleichsmandate insgesamt 709 Abgeordnete in den 19. Bundestag gewählt worden. Diese Folge verfälscht den Wählerwillen und das Wahlergebnis.

In allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl werden „die Abgeordneten“ gewählt – Art 38 Abs. 1 Satz 1 GG. Eine reine Parteienwahl schliesst die Verfassung aus – so BVerfGE 97/317 (323).

In 299 Wahlkreisen werden 299 Abgeordnete direkt gewählt; weitere 410 Abgeordnete gelangen über Parteienlisten in den Bundestag, auf die der Wähler keinen Einfluss hat. Das verletzt die Gleichheit der Wahl.

Das gilt insbesondere für die Überhangmandate: Bei der Wahl sind 46 sogenannte Überhangmandate im Rahmen der Verhältniswahl entstanden; es wurden durch das Wahlgesetz jedoch nicht nur 46 Überhangmandate auf die Parteilisten verteilt, sondern weitere 65 Mandate nachgeschoben. Dieses „Wahlergebnis“ gibt dem Willen der Parteien Vorrang vor dem Wählerwillen. Diese Praxis ist verfassungswidrig – vgl BVerfGE 131/316.

Im Übrigen mache ich mir die Begründung des Einspruchs der nachfolgenden Liste zu eigen:

Axel Schlichter,   An der Neuwiesen 20 a),   55291 Saulheim. (Siehe  http://www.manfredhettlage.de/einspruch-gegen-die-bundestagswahl/)

Mit freundlichem Gruß
(Rechtsanwalt Klütsch)
Wähler

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Bürgereingabe

Eingabe an den Präsidenten des Deutschen Bundes­tages,

 – nach § 2 Abs. 2 und Abs. 4 Wahlprüfungsgesetz gegen die ihm in amtlicher Eigenschaft bekannt gewordenen Umstände, die einen Wahlmangel begründen können, Einspruch einzulegen,

 – sei es durch Beitritt zu dem Wahleinspruch von Axel Schlicher und anderen,

 – sei es durch einen eigenen Wahleinspruch des Bundestagspräsidenten

 

Sehr geehrter Herr Präsident des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble,

Sie haben in der „Bild am Sonntag „ v. 3.10.2017 bedauert, „dass der Bundestag zu groß geworden ist“. Als Präsident des Hohen Hauses haben Sie nach § 2 Abs. 2 und Abs. 4 Wahlprüfungsgesetz das Recht dagegen einzuschreiten.

Es ist unerträglich, dass es so lange nach der Wahl noch immer keinen im Bundestag gewählten Wahl­prüfungs-Ausschuss gibt. Wir finden, dass der Wahlprüfungsausschuss in der konstituierenden Sit­zung des Bundestags gewählt werden sollte. Unerträglich ist es auch, dass die knapp bemessene Ein­spruchsfrist gegen die Gültigkeit der Wahl mit dem Tag der Wahl am 24.9.2017 zu laufen beginnt, ob­wohl das endgültige amtliche Wahlergebnis erst am 10. Oktober 2017 vorlag.

Die Staatsbürger stört es außerdem gewaltig, dass es für das abstoßende Koalitionsgeschacher keine Frist gibt, die dem grausamen Spiel ein Ende setzt. Die Staatsbürger wollen keinen verlängerten Wahl­kampf bei den Koalitionsverhandlungen. Die Bürger wollen, dass der Herr Bundespräsident dem Bun­destag am Tage der konstituierenden Versammlung seinen Vorschlag zur Wahl des Bundeskanzlers unterbreitet. Auch sollte der Bundestag über die Koalitionsvereinbarungen abstimmen.

Die Staatsbürger haben kein Verständnis dafür, dass der Bundestag 709 Mitglieder zählt, obwohl regu­lär nur 598 Plätze zur Verfügung stehen. Sie lehnen es ab, dass sie als Steuerzahler 111 Abgeordnete alimentieren müssen, die sich – wie in eine überfüllte U-Bahn – in das Parlament hineindrängen. Sie lehnen es auch ab, dass die Soll-Zahl der Mitglieder des Bundestages in 19 Bundestagswahlen 15mal von den Ist-Zahlen, in mehreren Fällen zweistellig und 2017 dann sogar dreistellig überschritten wur­de. Sie lehnen es auch ab, dass es in 19 Legislaturperioden 22 Wahlrechts-Änderungsgesetze gab, das Wahlrecht dreimal vor dem Verfassungsgericht zu Fall kommen musste – 1998, 2008 und 2012 – und die offen zu Tage liegenden Missstände trotzdem niemals wirklich korrigiert wurden. Dazu war Zeit und Gelegenheit genug.

Es kommt nicht darauf an, die offensichtlichen Mängel des geltenden Wahlrechts gegenüber der Pres­se zu beklagen und dann zur Tagesordnung überzugehen. Es kommt darauf an, sie zu beseitigen. Über Sie in ihrer herausgehobenen Stellung kann man nicht einfach hinweggehen wie über den gewöhn­lichen Staatsbürger auf der Straße, der in ohnmächtigen Zorn darüber gerät, weil im Bundestag 111 Abgeordnete sitzen und den Kanzler wählen, obwohl sie dort ganz offensichtlich nicht hingehören.

Der Präsident des Bundestages kann lt. § 2 Abs. 2 Wahlprüfungsgesetz Einspruch gegen die Bundes­tagswahl einlegen. Wir fordern Sie daher auf, dem Wahleinspruch von Axel Schlicher und anderen fristgemäß vor dem 24.11.2017 in amtlicher Eigenschaft beizutreten, nachdem Sie ihn zur Kenntnis genommen und die darin aufgezeigten Wahlmängel staatsrechtlich bewertet haben. Unabhängig davon ob Sie selbst beitreten, fordern wir Sie auf, das Verfahren zu beschleunigen, indem Sie die Abstim­mung im Plenum terminieren und den Parlamentariern nicht gestatten, die Sache uferlos in die Länge zu ziehen.

Werden dem Bundestagspräsidenten „in amtlicher Eigenschaft Umstände bekannt, die einen Wahl­mangel begründen könnten,“ kann er nach § 2 Abs. 4 Wahlprüfungsgesetz auch von sich mit einem eigenständigen Wahleinspruch tätig zu werden. Das Wahlprüfungsgesetz setzt dem Einspruch des Bundestagspräsidenten für diesen Fall eine Frist von einem Monat nach Bekanntwerden des Wahl­mangels. Die Frist endet demnach am 22. Dezember 2017.

Wir bitten Sie höflich darum, unsere Eingabe wohlwollend zu würdigen, den Wahleinspruch von Axel Schlicher und anderen zu prüfen, das Wahlvolk, dass Sie in das hohe Staatsamt gebracht hat, nicht zu enttäuschen und den Rechtsweg auszuschöpfen, der dem Präsidenten des Bundestages vorbehalten ist. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Amtszeit, insbesondere was die dringende gebotene Erneue­rung des Wahlrechts betrifft, die Sie öffentlich gefordert haben. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir diese öffentliche Eingabe auch der am Wahlrecht interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen. Wir verfolgen mit gesteigertem Interesse, was Sie jetzt tun werden und wie der parlamentarische Ge­setzgeber auf die Schritte reagiert, die Sie auf dem Rechtsweg einschlagen werden.

Gezeichnet: Axel Schlicher, und Marena Bowden, i.A. Dr. Manfred C. Hettlage, Gruppenbeauftragter

Anlage: Wahleinspruch

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BWahlG Gegenkommentar

Herausgeber: Manfred C. Hettlage
ISBN: 978-3961380183
©2017 wvb, Berlin
www.amazon.de

Warum „Gegenkommentar“? Die führende Kommentierung des Bundeswahlrechts in Wolfgang Schreiber: „BWahlG“, 9. Auflage 2013, wird von zwei ehemaligen Wahlleitern, Karl Ludwig Strelen und Johann Halen, beherrscht. Wahlleiter machen die Gesetze nicht. Sie wenden sie an. Bedenken, Zweifel oder gar verfassungsrechtliche Einwände sind ihnen in Ausübung ihres Amtes fremd.
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Beitritt zum Wahleinspruch v. Axel Schlicher u.a.

An den Deutschen Bundestag

Hd. des Bundestagspräsidenten

 Platz der Republik 1,

11011 Berlin,

 

(Vorab per Fax: 030 227-36097)

 

  1. Der im Internet zugängliche Wahleinspruch von Axel Schlicher und anderen ist mir bekannt. Diesem Einspruch trete ich hiermit bei.
  1. Ich fordere Dr. Manfred Hettlage auf, ehrenamtlich die Pflichten und Rechte eines Gruppenbeauftragten im Sinne von § 2 Abs. 3 WahlprüfG wahrzunehmen und insbesondere gegen eine Ablehnung des Ein­spruchs gegebenenfalls Beschwerde beim Verfassungsgericht einzulegen.
  1. Anwalts- und Gerichtskosten oder andere mit dem Wahleinspruch in Zusammenhang stehende Kosten entstehen mir keine.
  1. Ich erkläre, dass ich zur Bundestagswahl am 24.9.2017 wahlberechtigt war.

Familienname   Vorname,   Wohnsitz: (Straße, Plz., und Ort),  Unterschrift

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Der Beitritt zum Wahleinspruch muss spätestens am Freitag, den 24. November 2017 beim Bundestag eingehen. Das mit allen Angaben ausgefüllte und unterzeichnete Formular kann sowohl an Herrn Axel Schlicher, An der Neuwiesen 20 a, 67677 Enkenbach-Alsen­born, oder Dr. Manfred Hettlage, T: 089 / 1 66 53 86, Nibelungenstr. 22, 80639 München, zurückgeschickt werden.   Die Beitrittserklärung kann vor Fristende, am Fr., den 24.11.2017, 23Uhr59, vorab direkt an den Deutschen Bundestag gefaxt werden, Fax-Nr.: 030 227-36097. Das Fax gilt als gültige Zustellung.

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PRESSEMITTEILUNG

= 1100 Anschläge

Einspruch gegen die Wahl

Axel Schlicher, Kaiserslautern, und Man­fred Hettlage, München, halten „das gel­tende Wahlrecht des Bundes für eine ver­fassungswidrige Fehlkonstruktion“. Sie sind entschlossen, die Bundestagswahl vom 24.9.2017 nach Art. 41 Grundgesetz gemeinsam anzufechten. Ein entspre­chender Schriftsatz ist inzwischen auf der Internetseiten von Schlicher und Hettlage mit dem Ziel veröffentlicht worden, weitere Mitstreiter zu gewinnen, die dem Einspruch beitre­ten. „Die Anordnungen des Verfassungs­gerichts sind nicht befolgt worden“, so Hettlage. Auch sei der Gesetzesvollzug in wichtigen Teilen ungesetzlich. Unter anderem wird in dem Schriftsatz kriti­siert: Das Verfassungsgericht in Karls­ruhe habe in der Nachrücker-Entschei­dung vom 3.7.2008 (BVerfGE 121, 266 (316)) verlangt „das für den Wähler nicht mehr nachvollziehbare Regelungs­geflecht der Berechnung der Sitzvertei­lung im Deutschen Bundestag auf eine neue und normenklare Grundlage zu stel­len.“ Diese höchstrichterliche Anord­nung hat der Gesetzgeber zu befolgen. Der Bundestag hat das aber nicht getan und ist damit seit 2008 im Verzug.

V.i.S.d.P.: M. Hettlage, Nibelungenstr. 22. 80639 München

https://publicus.boorberg.de/untergeschobene-kuckuckseier/

https://publicus.boorberg.de/zwei-stimmen-ein-mandat/

https://www.lesejury.de/manfred-c-hettlage/buecher/bwahlg-gegenkommentar/9783961380183

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Einspruch gegen die Bundestagswahl

An den Deutschen Bundestag
z. Hd. des Bundestagspräsidenten

Platz der Republik 1
11011 Berlin

(Vorab per Fax: 030 227-36097)

Per Einschreiben mit Rückschein

 

Einspruch gegen die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag gemäß Art. 41, Abs. 1, Satz 1 Grundgesetz

 der Damen und Herren:

1.) Axel Schlicher, An der Neuwiesen 20 a), 67677 Enkenbach-Alsenborn;
2.) Dr. Manfred Hettlage, Nibelungenstr. 22, 80639 München,  (Gruppenbeauftragter)

3.)  Marena Bowden, Außerhalb Niedersaulheim 4,   55291 Saulheim;
4.)  Friedrich Schaffarth,   Höhenweg 17,   50129 Bergheim;
5.)  Oliver  Krauss, Carlo-Mierendorff-Str. 25,   67574 Osthofen;
6.)  Thomas Wolf,   Hauptstr. 37,   67724 Höringen;
7.)  Stefan Schmidt, Hinter den Gärten 37,   66287 Quierschied;
8.)  Angela Mayer,   Keltenweg 73,   67663 Kaiserslautern;
9.)  Christian Kiefer,  Potzemergarten 9,    54450 Freuenburg;
10.)  Daniela Gmeiner,  Meißnererstr. 41 a,   90522 Oberasbach;
11.)   Michaela Gmeiner,  Meißnererstr. 41 a,   90522 Oberasbach;
12.)  Thomas Vogler, Rumfordstr. 17,    80469 München;
13.)  Ingo Klein, Ermlandstr. 3,   75181 Pforzheim;
14.)  Rolf Lindner, Calandrellistr 15,   12247 Berlin;
15.)  Stefanie Bauer,  An den Neuwiesen 20,  67677 Enkenbach-Alsenborn;
16.)  Kurt Frühauf, Randsiedlung 20,   67677 Enkenbach-Alsenborn;
17.)  Günter Appel, Hohlstr, 22,  67724 Gonbach
18.)  Rolf Heiss,  An der Neuwiesen 20,  67677 Enkenbach-Alsenborn;

Die vorgenannten Wahlberechtigten legen hiermit beim Deutschen Bundestag (Einspruchsgegner), vertreten durch den Parlamentspräsidenten, gegen die am 24.9.2017 abgehaltene Wahl zum 19. Deut­schen Bundestag nach Art. 41 Abs. 1 Grundgesetz bzw. § 2 Abs. 1 und Abs. 2 WahlprüfG gemeinsam Einspruch ein.

Gruppenbeauftragter im Sinne von § 2 Abs. 3 WahlprüfG ist Dr. Manfred Hettlage.

 

I. Zulässigkeit

Alle Einspruchsführer haben ihren Wohnsitz in Deutschland und sind beim Einwohneramt gemeldet. Zur Wahl des Deutschen Bundestages vom 24.9.2017 waren sie als Wahlberechtigte im Wählerver­zeichnis eingetragen.

Der Einspruch gegen die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag ist somit nach § 2 Abs. 2 WahlprüfG zulässig.

II. Antrag

Die Einspruchsführer beantragen gemeinsam, die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag zu verwerfen und mit den bereits aufgestellten Kandidaten unter einem verfassungskonformen Wahlgesetz zu wie­derholen. Das neu zu schaffende Wahlgesetz des Bundes muss insbesondere die unverbundene Wahl mit Erst- und Zweitstimme ausschließen und den Eingriff in das Wahlergebnis durch nachgeschobene Aufstockung der Listenplätze unterbinden.

III.  Begründung im Überblick

In den Deutschen Bundestag sind 709 Abgeordnete eingezogen. Die exorbitante Aufblähung des Parlaments, das im Normalfall nur 598 Mitglieder hat, stößt auf allgemeine Ablehnung. Viele teilen die Kritik, dass der Bundestag zu groß geworden ist“, bedauerte der designierte Bundestagspräsident, Wolfgang Schäuble, MdB, der „Bild am Sonntag“, die am Tag der Deutschen Einheit (3.10.17) er­schienen ist. Geht man der Sache auf den Grund, stellt sich heraus: Das 22. Wahlrechts-Änderungs­gesetz des Bundes ist eine in weiten Teilen verfassungswidrige Fehlkonstruktion. Hinzu kommt ein tw. ungesetzlicher Vollzug .

1. Das duale Wahlsystem mit Erst- und Zweitstimme ist ein überfrachtetes Konstrukt, das allgemein als „personalisierte Verhältniswahl“ bezeichnet wird. Niemand kann 598 Sitze in Parlament durch eine simultane Direktwahl der Abgeordneten personalisieren, wenn es nur 299 Wahlkreise gibt. Es verbleiben mindestens 299 Listenplätze, bei denen eine Personalisierung der Zweitstimme durch die Erststimme gar nicht möglich ist, also die blanke Verhältniswahl zum Zuge kommt. Dazu hat das Verfassungsgericht in der Nachrücker-Entscheidung festgehalten: „Eine bloße Parteienwahl schließt die Verfassung aus.“ Vgl. BVerfG v. 1998 BVerfGE 97, 317 (323).

2. Die „negativen“ Stimmengewichte hat das Gericht in Karlsruhe zweimal höchstrichter­lich verurteilt. Vgl. BVerfG v. 3.7.2008, BVerfGE 121, 266; und BVerfG v. 25.7.2012, BVerfGE 131, 316. Bei der Bundestagswahl v. 24.9.2017 sind 46 Überhangmandate entstanden. Sie wurden ausgeglichen, aber nicht durch 46, sondern durch 65 Ausgleichsmandate. Der Ausgleich ist größer als der Überhang. 2017 entstanden bei der SPD 3 Überhänge und sie erzielte selbst 19 Ausgleichsman­date. Das „negative“ Stimmengewicht beim Mandatsausgleich liegt somit klar auf der Hand. Bei der Bundestagswahl v. 22.9.2013 waren 4 Überhangmandate entstanden. Sie wurden ausgeglichen, aber nicht durch 4, sondern durch 29 Ausgleichsmandate. Der Ausgleich fiel also noch schwerer ins Gewicht als der Überhang. Die 4 Überhänge, die damals alle bei der CDU anfielen, führten bei eben dieser Partei zu 13 Ausgleichsmandaten.

3. Die unverbundene Abstimmung mit beiden Stimmen – das sog. „Stimmensplitting – ist ungesetzlich, gehört aber millionenfach zum gewohnten Erscheinungsbild aller Wahlen, ausgenom­men die erste Bundestagswahl von 1949, als der Stimmzettel nur einmal gekennzeichnet wurde und das Stimmensplitting ausgeschlossen war. Zwei Stimmen sind zwei Wahlen, die nach § 1 Abs 1 Satz 2 BWahlG miteinander verbunden werden sollen. Stattdessen wurden 2017 wiederum beide Stimmen „contra legem“ millionenfach unverbunden abgegeben.

4. Die Abgeordneten werden gewählt. So steht es im Grundgesetz. Niemand ist befugt, das Wahler­gebnis nachträglich zu korrigieren, zu verbessern oder “auszugleichen“. Es kann nicht sein, dass die Wähler ihre Stimme abgeben und danach das Wahlergebnis abgeändert wird, aus welchen Gründen auch immer. Stimmen werden ausgezählt, niemals aber ausgeglichen. Werden Mandate nachgescho­ben, muss auch eine Wahl darüber nachgeschoben werden, wer, von welcher Partei, in welchem Bun­desland ein Aufstockungsmandat erhalten soll. Weil eine solche unmittelbare und freie Wahlhandlung fehlt, ist der Mandatsausgleich nicht demokratisch legitimiert. Ausgleichsmandate sind deshalb grob verfassungswidrig!

5. Das Verfassungsgericht in Karlsruhe hat in der Nachrücker-Entscheidung v. 3.7.2008 BVerfGE 121, 266 (316) angeordnet „das für den Wähler nicht mehr nachvollziehbare Regelungsgeflecht der Berechnung der Sitzverteilung im Deutschen Bundestag auf eine neue und normenklare Grundlage zu stellen.“ Diese höchstrichterliche Anordnung hat der Gesetzgeber zu befolgen. Der Deutsche Bundes­tag hat das aber nicht getan. Er hat mehr Normenklarheit und Verständlichkeit herzustellen, ist damit aber seit 2008 im Verzug.

 

IV. Erweiterte Begründung

In den Bundestag, der im Normalfall 598 Mitglieder hat, zogen 709 Abgeordnete ein. Diese exorbitan­te Aufblähung der Mandate trifft in einer breiten Öffentlichkeit auf Unverständnis und Ablehnung. Insbesondere hat Bund der Steuerzahler dagegen Front gemacht und schon in der 18. Legislaturperi­ode beim Deutschen Bundestag vorsorglich eine Petition mit mehr als 87.000 Unterschriften einge­reicht, mit dem Ziel einen „XXL-Bundestag“ zu verhindern. Selbst Otto Hermann Solms hat in seiner Rede als Präsident der konstituierenden Sitzung des 19. Deutschen Bundestags am 24. Oktober 2017 die Aufblähung des Bundestages mit Blick auf die steigenden Personalkosten kritisiert und eine Rück­kehr zum früheren Wahlgesetz vorgeschlagen, in dem es noch keine Ausgleichsmandate gab.

Das Verfassungsgericht hatte in seiner Grundsatz-Entscheidung v. 25.7.2012 (BVerfGE 131, 316) die sog. „Überhänge“ gedeckelt: „Die Grundsätze der Gleichheit der Wahl sowie der Chancengleichheit der Parteien sind bei einem Anfall von Überhangmandaten von mehr als etwa einer halben Fraktions­stärke verletzt.“ Mehr als 15 Überhangmandate sind demnach unzulässig. Bei der Wahl vom 24.9. 2017 sind 46 Überhänge entstanden, ein nie dagewesener Rekord. Der Überhang wurde ausgeglichen, aber nicht durch 46, sondern durch 65 nachgeschobene Ausgleichsmandate. Der Ausgleich ist also größer als der Überhang.

Inwieweit die Überschreitung der Zulässigkeitsgrenze von 15 Überhängen durch nachgeschobene Auf­stockungsmandate geheilt werden kann, ließ das Gericht offen. Nirgendwo und niemals hat es jedoch seine Zustimmung gegeben, dass die nachgeschobene Aufstockung der Mandate den Überhang sogar noch übersteigt. Schon gar nicht hat das Gericht in Karlsruhe gebilligt, dass für diesen nachträglichen und über jedes Ziel hinausschießenden Eingriff in das Wahlergebnis eine konkret auf den Ausgleich be­zogene Nachwahl fehlt, weil die Wähler gar nicht über den Ausgleich abgestimmt haben.

 

Zu Ziff. III/1

a) Das duale Wahlsystem mit zwei Stimmen, die miteinander verbunden sind, aber auch 2017 wiederum millionenfach unverbunden abgegeben wurden, ist ein vollkommen überfrachtetes Konstrukt: Zwei Stimmen sind zwei Wahlen. Beide sind miteinander verbunden. Soweit die Doppelwahl nicht durch die unmittelbare Personenwahl gedeckt ist, kann sie vor dem Grundgesetz keinen Bestand ha­ben. Denn die unmittelbare, d.h. namentliche Wahl der Abgeordneten gehört zu den in Erz gegossenen Grundsätzen der Abstimmung über die personelle Besetzung des Deutschen Bundestages, wie sie in Art. 38 Abs. 1 GG garantiert wird. Die gewählten Abgeordneten sind „nur ihren Gewissen unter­worfen“. Im zweiten Absatz der gleichen Verfassungsnorm heißt es ausdrücklich: „ (…) wählbar ist, wer das Alter erreicht hat, mit dem die Volljährigkeit eintritt.“ Steine oder Tiere können nicht zu Ab­geordneten gewählt werden. Es müssen volljährige, zu einer Gewissensentscheidung befähigte Perso­nen sein, die auf dem amtlichen Stimmzetteln namentlich gekennzeichnet werden.

Das Wahlgesetz des Bundes führt in § 15 Abs. 1 BWahlG näher aus: „Wählbar ist, wer am Wahltag erstens Deutscher im Sinne des Artikels 116 Abs. 1 des Grundgesetzes ist und zweitens das 18. Le­bensjahr vollendet hat.“ Wählbar ist also nur eine natürliche Person, die das Alter der Volljährigkeit erreicht hat, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, zu einer Gewissensentscheidung befähig ist und die ihrer Aufstellung als Kandidat zustimmt. Das alles kann auf politische Parteien auch dann nicht zutreffen, wenn sie als eingetragene Parteien juristische Personen sind, die im Übrigen nur durch ihre Organe, d.h. den Vorsitzenden und den Vorstand handeln könnten. Kurzum erfolgt die persönliche Wahl, wie sie das Grundgesetz garantiert, auf amtlichen Stimmzetteln durch unmittelbare Kennzeich­nung einer natürlichen Person. (Personenwahl)

b) Der Deutsche Bundestag besteht regulär aus 589 Mitgliedern. Davon werden 299 mit der Erststimme unmittelbar gewählt. Insoweit ist auch in Deutschland die klassische Direktwahl in 299 überschauba­ren Wahlkreisen nach dem sog. „Westminster-Modell“ verwirklicht und so im Wahlgesetz verankert. Mindestens 299 Abgeordnete gelangen jedoch über die Landeslisten in den Bundestag, die von den Parteien in 16 Bundesländern aufgestellt werden. Sie werden nicht unmittelbar, sondern mittelbar ge­wählt. Über die Listen der Parteien wird „en bloc“ abgestimmt. Aus ihnen kann keine namentliche Auswahl der Abgeordneten getroffen werden (geschlossene Listen). Die Listen sind unvollständig. Auf ihnen werden nur die Namen der ersten fünf Listenbewerber aufgeführt. Die restlichen Bewerber sind den gewöhnlich anzutreffenden Wählern unbekannt.

Auf den Stimmzetteln wird mit der Zweitstimme der Name einer Partei gekennzeichnet. (Parteien­wahl) Und dazu hat das BVerfG in der Nachrücker-Entscheidung v. 26.2.1998, BVerfGE 97, 317 (323) festgehalten: „Eine bloße Parteienwahl schließt die Verfassung aus.“ Diese Rechtsauffassung ist schon in der Vier-zu-vier-Grundsatzentscheidung des BVerfG v. 10.4.1997, BVerfGE 95, 335 anzu­treffen. Die Rechtsfolge liegt auf der Hand: Die Zweitstimme ist für sich alleine genommen nicht ver­fassungskonform. Sie bedarf der Personalisierung durch eine vorgeschobene Entscheidung mit der Erststimme. Doch niemand kann 598 Listenplätze, die sich aus den Zweitstimmen ergeben, durch eine gleichzeitige Erststimmen-Wahl personifizieren, wenn es nur 299 Wahlkreise gibt. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

c) Auch bei einer Doppelwahl mit zwei Stimmen muss die Zahl der Sitze im Parlament zwingend mit der Zahl der Wahlkreise deckungsgleich sein. Das war bei der Bundestagswahl vom 24.9.2017 offensicht­lich nicht der Fall: 299 Abgeordnete wurden namentlich mit den Erststimmen in 299 überschaubaren Wahlkreisen gewählt. Der verbleibende Rest der Abgeordneten gelangte 2017 wiederum allein über die bloße Zweitstimme in das Parlament oder kam in den Genuss eines nachgeschobenen Ausgleichsmandats, worauf unter Ziff. III/4 noch näher einzugehen ist. Im Deutschen Bundestag besteht also zur Zeit eine verfassungswidrige Personalisierungslücke von 410 Listenplätzen. Sie wurde nicht vom Wahlvolk selbst durch eine unmittelbare Personenwahl geschlossen wie sie das Grundgesetz verlangt. Diese Lücke wurde vielmehr durch die bloße Listenwahl ausgefüllt, bei der die politi­schen Parteien das Nominierungsmonopol für sich beanspruchen. 410 Abgeordnete werden also mittelbar gewählt. Den Wählern wird somit das Grundrecht auf unmittelbare Direktwahl der Volksvertreter aus der Hand gewunden. Die Volksvertretung wird zur Parteienvertretung degradiert.

 

Zu Ziff. III/2

Das Verfassungsgericht hat die sog. „negativen“ Stimmengewichte schon zweimal untersagt. Vgl. BVerfG v. 3.7.2008, BVerfGE 121, 266; und BVerfG v. 25.7.2012, BVerfGE 131, 316. Trotz­dem ist dieses paradoxe Phänomen beim Mandatsausgleich, der 2013 auch im Bund eingeführt wurde, regelmäßig anzutreffen. Vgl. Hettlage, DÖV, 12/2016, S. 983 (985).

2017 hat die SPD in zwei Bundesländern zusammen drei „Überhänge“ (Direktmandat ohne Listen­platz) erzielt, zwei in Hamburg und eines in Bremen. Gleichwohl wurden der Partei insgesamt 19 nachgeschobene Aufstockungsmandate zugeteilt, ein „Verfahrensgewinn“ von 16 Sitzen. 2013 hatte die CDU in vier Bundesländern – in Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und im Saarland – je­weils einen Überhang erzielt und ging als alleinige Verursacherin der 4 Überhänge mit 13 von insge­samt 29 Aufstockungsmandaten zugleich als der größte Ausgleichsprofiteur aus der Wahl hervor. Das waren „netto“ 9 Zusatzmandate.

Zwei Stimmen sind zwei Wahlen, und zwar mit unterschiedlichen Wahlergebnissen. Es kann aber nicht sein, dass der Wahlgesetzgeber das schlechte Abschneiden einer Partei bei den Zweitstimmen durch einen nachgeschobenen Bonus an Listenplätzen belohnt. Weil das 2017 bei der SPD und 2013 bei der CDU der Fall war, ist das Paradox der „negativen“ Stimmengewichte offensichtlich nicht aus­geschlossen worden, wie es das Verfassungsgericht höchstrichterlich angeordnet hat. Wenn auch in anderer Gestalt als zuvor, tritt das „negative“ Stimmengewicht nach der Wahlrechtsreform von 2013 beim Mandatsausgleich deutlicher in Erscheinung als je zuvor. Und das ist mit dem Urteil v. 3.7.2008 unvereinbar.

 

Zu Ziff. III/3

a) Die unverbundene Abstimmung, also das sog. Stimmensplitting, ist ungesetzlich. Nach dem Wortlaut von § 1 Abs. 1 Satz 2 BWahlG werden die Abgeordneten, „nach den Grundsätzen einer mit der Personenwahl verbundenen Verhältniswahl gewählt“. Das schließt die unverbundene, die ge­spaltene, die getrennte Vergabe beider Stimmen natürlich aus. Trotzdem gehört die gespaltene Ab­stimmung seit 1953 millionenfach zum gewohnten Erscheinungsbild aller Wahlen und ist die Hauptur­sache für die leidigen Überhangmandate. Vgl. dazu auch Hettlage, Publicus / Der Online-Spiegel des Öffentlichen Rechts:  https://publicus.boorberg.de/ohne-titel-9/   https://publicus.boorberg.de/zwei-stimmen-ein-mandat/und Ausg. 2017-10 ;

Zieht man die Erststimmen von den Zweitstimmen ab, (bzw. umgekehrt) ergibt sich für die Bundes­tagswahl v. 22.9.2017 das nachfolgende Bild:

1.581.972 CDU-Erststimmen-Wähler wählten die CDU nicht mit der Zweitstimme;
385.860 CSU-Erststimmen-Wähler verweigerten der CSU die Listenwahl;
1.888.2465 SPD-Erststimmen-Wähler gaben der SPD nicht die Landesstimme.

330.727 Zweitstimmen-Wähler der Linken wählten den örtlichen Wahlkreiskandidaten der Linken nicht mit der Erststimme;
440.128 Zweitstimmen-Wähler der Grünen verweigerten dem örtlichen Wahlkreisbewerber der Grünen die Personenwahl;
748.433 FDP-Zweitstimmen-Wähler gaben dem örtlichen Wahlkreisbewerber der FDP 2013 nicht die Wahlkreis-Stimme:
560.999 AfD-Zweitstimmen-Wähler verweigerten der Partei die Erststimme.

b) Rechtshistorisch taucht das Phänomen der gespaltenen Abstimmung überhaupt erst bei der zweiten deutschen Bundestagswahl im Jahre 1953 auf. Bei der ersten Bundestagswahl 1949 konnte der Stimm­zettel nur einmal gekennzeichnet werden. Die unverbundene Abstimmung war 1949 ausgeschlossen.

c) Das „negative“ Stimmengewicht hat das Gericht uneingeschränkt verworfen. Es könne nicht sein, dass die Wähler gemeinschaftlich mit weniger Stimmen mehr Mandate erlangen. Stimmen und Man­date dürften nicht negativ korrelieren. Vgl. BVerfG v. 3.7.2008, BVerfGE 121, 266. Das aber ist über­haupt nur bei einer gespaltenen Abstimmung möglich. Die Quintessenz des Urteils muss daher lauten: Es widerspricht dem Grundgedanken der Demokratie, wenn die Abgeordneten einer Partei daraus einen Vorteil erlangen, dass sie nicht mit beiden, sondern nur mit einer von beiden Stimmen gewählt werden. Bei näherer Betrachtung ist also die höchstrichterliche Urteilsliteratur zur gespaltenen Ab­stimmung keineswegs auf einen Nenner zu bringen, der gegen die Einspruchsführer spricht. Es gibt auch andere höchstrichterliche Entscheidungen, die für sie sprechen. Das gilt nicht nur für beide Ur­teile zum „negativen“ Stimmengewicht, sondern schon für das Urteil BVerfGE 7, 63 (74 f), das nach­folgend unter lit. d) näher beleuchtet wird.

d) Niemand kann physisch zweimal im Bundestag sitzen. Wer mit beiden Stimmen, also zweimal ge­wählt wurde, hat kein doppeltes Mitwirkungsrecht an der parlamentarischen Willensbildung. Werden beide Stimmen unverbunden abgegeben, richtet sich die gespaltene Abstimmung im Endergebnis nicht mehr auf ein Mandat sondern auf zwei. Die unverbundene Abstimmung führt zu einer Verdoppelung des Stimmenerfolgs, und das ist die Hauptursache für die leidigen Überhänge. Diesen Sachverhalt hat das BVerfG schon 1957 (BVerfGE 7, 63 (74 f)) missbilligt, allerdings hinzugefügt, die damit verbun­denen „Manipulationsmöglichkeiten“ müssten „im Falle des Missbrauchs angezweifelt werden“. Dies ist mit der vorliegenden Wahlanfechtung geschehen.

 

Zu Ziff. III/4

a) Der Mandatsausgleich, der mit dem 22. Wahlrechts-Änerungsgesetz auch im Bund eigeführt wurde, ist grob verfassungswidrig. Bei der Wahl v. 24.9.2017 sind 46 sog. „Überhänge“ entstanden. Sie wurden ausgeglichen, aber nicht durch 46 sondern durch 65 Ausgleichsmandate. Der Ausgleich ist also größer als der Überhang. Insgesamt sind 19 überhanglose Ausgleichsmandate entstanden. In die­sen Fällen stand dem Ausgleich – unsinnigerweise – gar kein Überhang gegenüber. Die 65 Abgeordne­ten, die lediglich ein nachgeschobenes Aufstockungsmandat bekleiden, sind nicht in allgemeiner, nicht in unmittelbarer, nicht in gleicher, nicht in geheimer und schon gar nicht in freier Wahl gewählt wor­den. Sie sind überhaupt nicht gewählt worden. Und das ist grob verfassungswidrig.

b) „Ausgleichsmandate sind Zusatzmandate“. Strelen in: Schreiber, BWahlG 2013, § 6 Rdnr. 29. Über sie kann nicht in, sondern erst nach der Wahlhandlung entschieden werden. Erst wenn die Stimmen ausgezählt wurden und sich gezeigt hat, dass sog. „Überhänge“ (Direktmandate ohne Listen­platz) entstanden sind, können diese ausgeglichen werden. Es gibt aber 299 direkt gewählte Mandats­träger, keinen weniger vor allem aber auch keinen mehr. Und gewählt ist gewählt. Die Zahl der Direktmandate steigt also gar nicht um irgendwelche gesetzwidrig gewählten Mandats­träger an.

Direkt gewählte Abgeordnete, denen ihr Mandat in Wahrheit gar nicht zusteht, die gibt es nicht. Das Überhangmandat ist kein konkretes Mandat, und schon gar nicht ein Mandat, das einem be­stimmbaren Abgeordneten in Wahrheit gar nicht zusteht. Das Überhangmandat ist eine Differenz. Deshalb hat sogar der Wahlgesetzgeber selbst die sog. „Überhänge“ (in § 6 Abs. 4, Satz 2 BWahlG) auch dann uneingeschränkt für zulässig erklärt, wenn eine Partei in einem Bundesland mit den Zweit­stimmen weniger Listenplätze erreicht als sie mit den Erststimmen Direktmandate erzielen konnte. Es liegt daher gar kein gesetzlicher Rechtsgrund für den Mandatsausgleich vor. Vgl. dazu auch Hettlage, BWahlG – Gegenkommentar, 2017, zu § 6 Abs. 4 und Abs. 5.

c) Dem nachgeschobenen „Ausgleich“ der Wahlergebnisse – wie er in der 2013 novellierten Vorschrift des § 6 Abs. 1, Abs. 5 und Abs. 6 BWahlG angeordnet wird – fehlt die demokratische Legitimation ei­ner unmittelbaren und freien Wahlentscheidung durch das Wahlvolk. Die Abgeordneten werden ge­wählt. So steht es im Grundgesetz. Mitglied des Parlaments wird man durch Abstimmung. So sieht es auch das Verfassungsgericht. Vgl. BVerfG v. 26.2.1998, BVerfGE 97, 317 (323). Werden Auf­stockungsmandate nachgeschoben, nachdem die Wahllokale schon geschlossen sind, muss auch die Abstimmung darüber nachgeschoben werden, wer, von welcher Partei, in welchem Bundesland denn eines der Zusatzmandate bekommen soll. Dazu hätte es wenigstens eine Eventualstimme oder eine vollständige Nachwahl speziell über den Ausgleich geben müssen, mit gesonderten Kandidaturen, eigenen Stimmzetteln und allem, was zu einer Nachwahl dazugehört. Beides gab es 2017 nicht und hat es schon 2013 nicht gegeben. Und ohne unmittelbar gewählten Kandidat kein Mandat, auch kein Aus­gleichsmandat.

 

 Zu Ziff. III/5

Der Sitzverteilung im Deutschen Bundestag fehlt die erforderliche Normenklarheit und Ver­ständlichkeit Das Bundesverfassungsgericht hat in der Entscheidung zum „negativen“ Stimmenge­wicht v. 3.7.2008, (BVerfGE 121, 266 (316)) angeordnet, „das für den Wähler nicht mehr nachzuvoll­ziehende Regelungsgeflecht der Berechnung der Sitzverteilung im Deutschen Bundestag auf eine neue und normenklare Grundlage zu stellen“. Diese höchstrichterliche Anordnung muss der Gesetzgeber befolgen, hat es aber nicht getan. Er ist damit seit nunmehr 9 Jahren im Verzug.

Zu allem Überfluss hatte schon Bundestagspräsident, Norbert Lammert, MdB, noch in der 18. Legis­laturperiode gegenüber der Presse vorgetragen, „nicht einmal eine Handvoll Abgeordneter ist in der Lage, unfallfrei die Mandatsverteilung zu erklären“. Vgl. Welt am Sonntag, 2.8.2015: „Der deutsche Volkskongress“. Das geltende Wahlrecht habe „die Mindestanforderungen an Transparenz“ nicht erfüllt, so Lammert. Vgl. das politische Magazin „Cicero“, 3/2015: „Kein Fortschritt der Demokratie“.

Der „Nestor“ unter den Wahlrechtsexperten, Professor Hans Meyer, Berlin, sieht in der bestehenden Regelung der Sitzverteilung geradezu „eine Verhöhnung des Gerichts“ und hat speziell die Vorschrif­ten des § 6 BWahlG, also das Herzstück der Wahlrechtsreform von 2013, als „legislatorisches Monster“ kritisiert. Vgl. DÖV 8/2015, S. 700. Hans Meyer schreckt auch nicht davor zurück, dort die getroffene Regelung als „wahlrechtlichen Irrsinn“ zu bezeichnen.

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An den Deutschen Bundestag
z.Hd. des Bundestagspräsidenten
Platz der Republik 1, 11011 Berlin, 

(Vorab per Fax: 030 227-36097)

Betrifft: Beitritt zum Wahleinspruch von Axel Schlicher und anderen

  1. Der im Internet zugängliche Wahleinspruch von Axel Schlicher und anderen ist mir bekannt. Diesem Ein­spruch trete ich hiermit bei.
  1. Ich fordere Dr. Manfred Hettlage auf, ehrenamtlich die Pflichten und Rechte eines Gruppenbeauftragten im Sinne von § 2 Abs. 3 WahlprüfG wahrzunehmen und insbesondere gegen eine Ablehnung des Einspruchs ge­gebenenfalls Beschwerde beim Verfassungsgericht einzulegen.
  1. Anwalts- und Gerichtskosten oder andere mit dem Wahleinspruch in Zusammenhang stehende Kosten ent­stehen mir keine.
  1. Ich erkläre, dass ich zur Bundestagswahl am 24.9.2017 wahlberechtigt war.

Familienname      Vorname        Wohnsitz:   (Straße, Plz., und Ort)     Unterschrift

Dr. Grasbon,     Annelie,   Am Rain 15,    85767 Hettenshausen,  Zustimmung liegt vor

Dr. Frohwein,   Jürgen   Dorfstr. 17,   14913 Hohengörsdorf,      Beitritt per Fax

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Die mit allen Angaben ausgefüllte und unterzeichnete  Beitrittserklärung kann  einfach an den Bundestag gefaxt werden, Fax-Nr.: 030 227-36097,  und muss dort am Freitag, den 24. November 2017, spätestens um 23 Uhr 59 eingehen. Eine Zustellung alleine per eMail ist nicht rechtswirksam. Wenn es die Wahrung der Frist noch zulässt, kann das Formular sowohl an Herrn Axel Schlicher (An der Neuwiesen 20 a), 67677 Enkenbach-Alsenborn ) oder Dr. Manfred Hettlage (Nibelungenstr. 22, 80639 München) zurückgeschickt und von ihnen dem Bundestag zugestellt werden.

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Grabensystem und Verfassungsfrage

 Der Weg in das Parlament ist für alle gleich

Die Verfassungswidrigkeit steht der Wahl vom 24.9.2017 ins Gesicht geschrieben. Denn der Bundestag hat im Normalfall 598 Mitglieder. Sie gelangen jedoch auf zwei grundverschiedenen Wegen in das Parlament, und das ist mit dem Grundsatz der Wahl unter gleichen Bedingungen, wie er in Art. 38 GG niedergelegt ist, unvereinbar. Über die Erststimmen werden 299 Abgeordnete in Wahlkreisen gewählt, der Rest kommt über die Zweitstimme auf den Landeslisten der Parteien zu einem Sitz in der Volksvertretung. Dieses Verfahren nennt man „Grabensystem“, weil beide Wege in das hohe Haus wie durch einen tiefen Graben von einander getrennt sind.

Der frühere Verfassungsrichter, Ernst Gottfried Mahrenholz, hat be­klagt, das Gericht in Karlsruhe habe das Grabensystem niemals einer verfassungsrechtlichen Prüfung unterzogen, obwohl es nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung erheblichen Zweifel ausgesetzt sei. Sein Beitrag zu dem Thema ist in der Festschrift für seinen Richterkollegen, Winfried Hassemer, (2010, S. 111 ff), erschienen, und zwar unter der Überschrift: „Bigamie im Wahlrecht? Zweifel am Grabensystem“. Diese Festschrift kam zwei Jahre nach der Entscheidung des Verfassungsgerichts zum „negativen“ Stimmen­gewicht v. 3.7.2008 (BVerfGE 121, 266) heraus. Es hätte also schon 2008 Gelegenheit gegeben, das Grabensystem auf den Prüfstand zu stellen.

Die Zweitstimme alleine ist nicht verfassungskonform

Es gab aber noch eine zweite Gelegenheit, das System der Grabenwahl höchstrichterlich zu überprüfen, nämlich die Grundsatzentscheidung zur Deckelung der sog. Überhangmandate vom 25.7.2012 (BVerfGE 131, 316). Verpasst wurde aber auch diese Gelegenheit. Deshalb gilt nach wie das duale Wahlsystem mit Erst- und Zweitstimme, das im gesamten Schrifttum als „personalisierte Verhältniswahl“ bezeichnet wird. Diese Formel klingt hochwissenschaftlich. Tatsächlich wird aber die Personalisierung der Verhältniswahl dadurch eingeengt, dass es regulär 598 Plätze im Parlament gibt, aber nur 299 Wahlkreise zur Verfügung stehen. Die vorhandenen Wahlkreise reichen nicht aus, um auch den auf der anderen Seite des Grabens verbleibenden Rest von mindesten 299 Listenplätzen durch eine gleichzeitige Direktwahl zu personifizieren. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Weil das duale Wahlsystem mit zwei Stimmen zugleich auch aus zwei von einander vollkomen getrennten Teilen besteht, kommt es zu  einer gewaltigen Personalisierungslücke von mindesten 299 Abgeordneten, die nicht unmittelbar gewählt werden, wie es das Grundgesetz verlangt, sondern mittelbar über die Landes­listen der Parteien in das Parlament gelangen. Das verstößt gegen den Grundsatz der gleichen Wahl und lässt schon das in Art. 38 GG verbürgte Prinzip der unmittelbaren Wahl nicht zu. Das Gericht in Karlsruhe hat bereits in seiner Nachrücker-Entscheidung v. 26.2.1998 (BVerfGE 97, 3127) festgehalten: „Die bloße Parteienwahl schließt die Verfassung aus.“ Die Zweitstimme ist demnach – für sich alleine ge­nommen – nicht verfassungskonform und muss durch die Erst­stimme personell ergänzt und verfassungsrechtlich legitimiert werden. Der Graben muss also beseitigt, die Zahl der Wahlkreise durch Halbierung verdoppelt werden, um ohne Ausnahme alle 598 Listenplätze durch eine simultane Erststimmen-Wahl in 598 Wahlkreisen zu erreichen und zu personifizieren.

Mindestanforderungen nicht erfüllt

Die Doppelwahl mit zwei Stimmen, die gleichzeititg auch eine Grabenwahl ist, mit Überhang- und Ausgleichsmandaten, mit „negativem“ Stimmengewicht, etc., ist so kompliziert, dass die gewöhnlich anzutreffenden Wähler das Verfahren nicht mehr hinreichend durchschauen. Infratest dimap hat mit einer repräsentativen Umfrage vom April 2013 ans Licht gebracht, dass ungefähr jeder zweite  befragte Wähler die Erst- und die Zweitstimme nicht zutreffend auseinanderhalten kann. Autor der im Internet zugänglichen Studie ist Heiko Gothe („Wählen ohne Wissen“, April 2013).

Selbst der frühere Bundestagspräsident, Norbert Lammert, MdB, hat gegenüber der Presse eingeräumt, „nicht einmal eine Handvoll Abgeordneter ist in der Lage, die Sitzverteilung unfall­frei zu erklären“. (Welt am Sonntag, 2.8.2015.) Das geltende Wahl­recht habe „die Mindestanforderungen an Transparenz“ nicht erfüllt. (Vgl. Cicero 3/2015.) Das allein genügt, um das geltende Wahlrecht zu Fall zu bringen.

Schon in seiner Entscheidung zum „negativen“ Stimmengewicht vom 3. Juli 2008 (BVerfGE 121, 266) hat das Verfassungsgericht in Karlsruhe verlangt, „das für den Wähler nicht mehr nachzuvoll­ziehende Regelungsgeflecht der Berechnung der Sitzverteilung im Deutschen Bundestag auf eine neue und normenklare Grundlage zu stellen“. Diese höchstrichterliche Anordnung muss der Wahlge­setzgeber befolgen, hat es aber nicht getan und ist damit seit neun Jahren im Verzug.

Unter einem unguten Stern

Die Einleitung der Wahlprüfung ist in ein Art. 41 GG verbürgtes Grund­recht. Nach § 2 Abs. 2 WahlPrüfG hat jeder Wahlberechtigte und auch jede Gruppe von Wahlberechtigten das Recht, gegen die Gültigkeit der Wahl Einspruch einzulegen. Er hat in Schriftform zu erfolgen, ist an den Deutschen Bundestag zu richten und muss eine überzeugende Begründung enthalten. Außerdem muss der Einspruch innerhalb einer Frist von zwei Monaten ab dem Wahltermin beim Deutschen Bun­destag eingehen. Weil die Wahlprüfung der Wahl ein Grundrecht ist hat der Bundeswahlleiter eine Anleitung ins Internet gestellt, wie man das zu machen hat. (https://www.bundeswahlleiter.de/bundestagswahlen/2017/informationen-waehler/wahlpruefung.html )

Wahl vom 24.9.2017 zum 19. Deutschen Bundestag steht also unter einem Unglück bringenden Stern, sollten sich genügend Wähler mit dem Ziel zusammentun, gemeinsam das geltende Wahlgesetz auf dem Rechtsweg zu Fall zu bringen. Der Einspruch gegen die Wahl muss jedoch vor dem 24. November 2017 beim Deutschen Bundestag (Platz der Republik 1,  11011 Berlin) eingehen.

 

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